Bayerns Innenminister fordert Zugang zu WhatsApp

Meine erste Reaktion war, „wann’s ihm freid, richtet eahm do oan Account a“.

Aber im Ernst… Es ist ein nachvollziehbarer Wunsch der Regierungen, ihren Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten zu ermöglichen, persönliche Nachrichten ihrer Bürger lesen zu wollen. Den Wunsch hat es schon immer gegeben und er wurde, Diktaturen sind da gute Beispiele, oft mehr oder weniger gut umgesetzt. Effektiv war es dennoch nie, da es für den, der etwas verheimlichen will, immer ausreichend Alternativen gibt. Der Wunsch einiger Innenminister diverser demokratisch orientierter Länder, eben den Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten zu ermöglichen, Messenger-Nachrichten mitlesen zu können, ist vor dem Hintergrund verständlich. 

Allerdings leben wir nicht mehr im Zeitalter der in Stein gemeißelten, auf Tierhäute, Bambusstreifen, Birkenrinde, oder Papyrus geschriebenen Nachrichten. War es in diesem Zeitalter schon möglich, Nachrichten von A nach B zu bringen, hat sich die Technik, abseits des Vorstellungsvermögen der Politiker, dramatisch weiter entwickelt. Eben diese Politiker versteifen sich auf die Kontrolle von WhatsApp und Facebook-Messenger und übersehen die Vielzahl anderer Nachrichtenmöglichkeiten in der digitalen Welt – ich bin mir sogar sicher, diese Politiker ahnen nicht einmal die Vielzahl der nutzbaren Messenger-Alternativen.

Welche Möglichkeiten, Kontrolle zu ermöglichen, gibt es. Zum Einen könnten Staaten die vielen verschiedenen Smartphonehersteller „dafür interessieren“, in ihre Geräte „Hintertüren“ einzubauen. Nachteil: Sobald einzelne, oder eine Gruppe ambitionierter Programmieren diese entdecken, kann der betreffende Smartphone-Hersteller, für seine eigene Marke eigentlich schon Konkurs anmelden. So wichtig ist kein Markt der Welt, dass sich für ein Unternehmen das Risiko wirklich lohnt. 

Zum Anderen könnten Apple und Google, die Anbieter der größten Smartphone Betriebssysteme, „in die nationale Pflicht“ genommen werden, Zugang zu ihren Systemen zu ermöglichen. Gut, die U.S. Justiz hat heute schon arge Probleme, von Apple auch nur im Ansatz eine, über die eigenen Philosophie hinausgehende Art von Kooperationsbereitschaft einzufordern. Bei Google ist es noch schwieriger, da die es nicht einmal schaffen, alle Smartphones mit dem hauseigenen Android-System selber jeweils auf dem neuesten Stand zu halten. Hier bastelt jeder Hersteller „im eigenen Keller“ rum. 

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Messengerdienste zu „überreden“, „Hintertüren“ in ihre Programme einbauen. Kann man machen, aber, ob jetzt ein schweizer Anbieter eines Messengerdienstes mit eigenen Servern auf schweizer Boden, sich um Anfragen, oder gar Weisungen z.B. eines bayrischen CSU Innenministers beugt, oder doch eher belustigt zeigt, ich mag das nicht beurteilen. Bei Messengerdiensten mit Servern auf russischem, chinesischem oder israelischem Boden, sieht es wohl nicht wirklich besser aus. Fakt ist, die technische Entwicklung ist an den Politikern, die sich für „the top of modern People“ halten, weil sie es schaffen zu twittern, im Laufschritt vorbei gegangen. Von daher kann auch der Innenminister der postköniglichen Republik und Nach-Strauß-Regierung, mit Tendenzen zur Totalüberwachung, in Bayern fordern, was er will – umsetzen lässt es sich letztlich nicht wirklich. Die alternativen Möglichkeiten sind dafür zu vielfältig.


Manche Tierfreunde sollten in der Vitrine stehen

…nicht weil sie sich so vorbildlich um Tiere kümmern, sondern, damit sie keine weiteren Schäden anrichten.

Irgendwo an der Dhünn, knapp Ende März, gegen 14:00 Uhr. Ganz Leverkusen liegt, wie man auf dem Photo sehen kann, unter einer meterhohen Schneedecke. Im Stadtpark wurden den ganzen Winter über schon weder Schwarz-, noch Rotwild gesichtet. Sind vermutlich in den Süden ausgewandert, weil sie nichts mehr zu fressen finden können.

Nicht einmal die Vögel finden noch etwas an Futter, um bei diesen extremen Witterungsbedingungen nicht mit knurrendem Magen im Nest sitzen zu müssen. Es wurden auch schon stellenweise erste Vögel gesichtet, die durch Futtermangel so entkräftet waren, dass sie von Puppenspielern des Kölsch Hänneschen Thiater durch die Luft bewegt werden mussten, weil sie selber zu schwach zum fliegen waren. 

So, Spaß beiseite. Es ist Ende März, alles grünt und blüht und trotzdem meint irgend ein Mensch, für die armen Vögelchen extra Futter an einen Baum nageln zu müssen. Oder anders gesagt, da wurde ein Baum beschädigt, für eine Aktion, die den Vögeln herzlich egal ist. Denn die nutzen ihre natürlichen Futterquellen. Zumal rings um den Baum kräftige Büsche stehen, in deren Äste man das Futter hätte reinhängen können. Ich bin mir sehr sicher, der Baum hat nicht vor Freude gerufen: „Ey geil, du hast Hammer und Nägel, mach mir ein Piercing.“. Er hat mit Sicherheit nicht drum gebeten, dass man ihm einen Nagel in den Stamm hämmert.

Ehrlich, es gibt Tierfreunde, die denken nicht weiter, als von der Wand bis zur Tapete und ich weiß jetzt schon, dass es einen Aufschrei der radikalen „Ich fütter Tiere wann ich will und wo ich will und dass auch im Sommer“-Fraktion geben wird, die das alles nicht so schlimm finden, weil der Baum sich ja nicht beschwert hat. Ich vermute sogar, einige von denen werden wohl auch anbringen, der Baum hätte ja „nein sagen können“. Mal ehrlich, das hat mit Tierschutz nichts zu tun und, Tierfreund hin oder her, wenn die Landschaft nicht meterdick vereist ist, finden die Vögel ihr Futter selber – denn die können denken.


Merkel meets Trump – oder, was ich Merkel ankreide

Was hat die Weltpresse so richtig beschäftigt? Nein, es waren nicht die 100% für dieses Schulz Gedöhns. Nach wochenlanger Gehirnwäsche der SPD Anhänger, überrascht das wohl keinen Außenstehenden wirklich. Es hätte nach der Wahl nur noch jemand rufen müssen: „Folgt der Sandale. Er ist es , er ist der wahre Messias.“ (Für die Jüngeren, Ein Ausspruch aus Monty Python: „Das Leben des Brian“).

Beschäftigt hat da eher der politische Aufreger, für den ein trotziger Junge in Amerika gesorgt hat. Es gibt im politischen Raum Gepflogenheiten, an die hat man sich zu halten. Ob einem sein Gegenüber nun passt, oder nicht, wenn Photographen nach einem erneuten Händedruck verlangen, dann schüttelt man seinem Gegenüber verdammt noch mal die Hand und guckt nicht minutenlang wie ein trotziger kleiner Junge auf den Boden, als hätte man ihn eben mit den Fingern in der Keksdose erwischt. Spätestens in dem Augenblick, hätte ihm seine Nanny die stille Treppe androhen müssen. 

Was ich Merkel nun ankreide ist, dass sie in diesem Augenblick nicht aufgestanden ist und den Besuch, mit den Worten zur Presse: „Für so einen Kindergartenkram hab ich nun wirklich keine Zeit.“, komplett abgebrochen hat. Gut, diplomatisch wäre das ein Super-Gau gewesen und der Begriff „Affront“ sicherlich nur eine verharmlosende Untertreibung. Fraglich ist aber, für wen letztlich der politische Schaden größer gewesen wäre. Denn, allein mit dem Verweigern des zweiten Händedrucks und dem trotzig nach unten Starren, hat Trump seiner Funktion als Präsident der Vereinigen Staaten von Amerika, selber schon größtmöglichen Schaden bereitet und gezeigt, dass man ihn nicht einmal mehr als Gesprächspartner wirklich ernst nehmen kann..