Ein perfekter Tag

Pfingstsonntag am See

Das Wetter passte. Es war sonnig, ein paar wenige Schäfchenwolken verloren sich an einem strahlend blauen Himmel. Zugegeben, es gibt diese klassischen Dinge, die man an einem Pfingstsonntag machen kann: Familie besuchen, in die Kirche gehen, durch die City bummeln zum Sehen und Gesehen werden. Oder, man geht an den See, wenn man denn einen in erreichbarer Nähe hat. Ich habe einen richtig tollen See in meiner Nähe, mit herrlichem Strand und netten Menschen um mich herum. Also gab es für mich heute keine Frage, was könnte besser sein, ich wollte einfach nur an’s Wasser.

Am See… 2012-05-27 Der See (1024)

Der blaue Himmel über dem See… 2012-05-27 Der Himmel über dem See (1024)

Tiefenentspannt unter einem blauen Himmel am See… 2012-05-27 Ich am See (1024)

Das Wasser war mit 23°C angenehm. Abkühlen und wieder einige runden schwimmen taten gut und waren eine willkommene Ablenkung zum nur braten in der Sonne. Mit netten Menschen um mich herum, guten Gesprächen und unvermeidliches Lästern, kurz, es war ein perfekter Tag. Morgen geht’s weiter.


Wie man Menschen so (an)sieht

groundspeak_logo_134x161Wie ein Hobby die Sicht auf die Mitmenschen ändert.

Es ist schon erstaunlich, wie ein Hobby die Sichtweise auf die Mitmenschen verändern kann. Bevor mich mein Schatz zum Geocachen brachte, habe ich Cacher, umgangssprachlich auch Dosensucher, wenn überhaupt, dann nur am Rande registriert. Ich wusste zwar, was die machen, Geocachen war mir ja nun auch nicht unbekannt, machte mir über ihr Treiben und über die Menschen selber aber bisher keine Gedanken.

Seit ich nun selber, mehr oder weniger aktiv diesem Hobby nach gehe, habe ich an mir festgestellt, dass ich mir meine Mitmenschen nun ganz anders ansehe. Kommt mir zum Beispiel ein Radfahrer entgegen, schaue ich unwillkürlich zuerst auf den Lenker und dann zum Gepäckträger. Ist auf dem Lenker nur ein normaler Fahrradcomputer angebracht, ist es wohl ein normaler Radler. Sehe ich da ein Navi, dann tippe ich schon direkt auf einen Cacher bei der Dosensuche. 

Ganz ähnlich verhält es sich, wenn mir Menschen begegnen, die in typischen Outdoor Klamotten eingetütet, mit ihrem Smartphone auffällig oft hantieren, immer wieder stehen bleiben und sich unauffällig suchend immer wieder in der Gegend umschauen. Hier ist mein erster Gedanke an Cacher auf der Suche meist der Richtige. Es ist eher unwahrscheinlich, dass diese Menschen dann nur in der Gegend rum laufen und Romane in ihr Smartphone tippen. Eindeutig ist es auch bei Menschen, die mit gezücktem Kugelschreiber urplötzlich hinter einem Baum, oder einer Mauer verschwinden. Ich gehe dann eher nicht davon aus, dass diese Menschen sich dort nur erleichtern wollen.

Ganz abgesehen von der neuen Sichtweise auf die Mitmenschen, selbst unvoreingenommen einfach mal so spazieren gehen ist nicht mehr wirklich möglich. Jede etwas breiter ausgetretene Spur im Wald, in Parks, durch und hinter Hecken, wird automatisch schon in die beiden Kategorien “Wildwechsel”, oder, wo Wildwechsel von vorn herein unmöglich scheint, “Cacher-Autobahn” eingeteilt. Ich ertappe mich des Öfteren dabei, dass ich solchen Spuren instinktiv folge. Am Ende der Spur könnte ja eine Dose versteckt liegen.

DosensuchjackeUm jetzt all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die mir hier Vorurteile unterstellen wollen, ich bin kein bisschen besser. Auf meiner Dosensuchjacke sind zwei Geocaching-Aufnäher. Einer davon, ein trackbarer Travel-Patch, macht mich so zu einem wandelnden Travel-Bug. Überall, wo man mich in der Jacke sieht, kann dieser Travel-Patch also discoverd werden. Ich selber bin also unterwegs auch immer direkt als einer von diesen Dosensucher zu erkennen.


Geocaching, the 12th Birthday

Geocaching.com.LogoAm 2. Mai 2000 wurde mittags um 12:00 Uhr die Selective Ability (SA), die künstliche Verrauschung des GPS-Signals für private GPS-Empfänger abgeschaltet, die die Ortsbestimmung per GPS auf etwa 100 Meter Genauigkeit begrenzte. Dave Ulmer, einer der Gründer des Geocaching, beschreibt in einem Forumsbeitrag in sci.geo.satellite.nav unter dem Titel The Great Stash Game !! die Idee zu einem weltweiten Spiel, welches sich der GPS-Navigation bedienen soll.

– Now that SA is off we can start a worldwide Stash Game!! With Non-SA
accuracy is should be easy to find someone’s stash from waypoint information.
Waypoints of secret stashes could be shared on the Internet, people could
navigate to the stashes and get some stuff. The only rule would for stashes
is: Get some Stuff, Leave some Stuff!!

Have Fun!!

Dave…

Am 3. Mai 2000 beschrieb Dave Ulmer dann seine Idee von dem Spiel “The Great American GPS Stash Hunt!” genauer

–Now that SA is off we can start a worldwide Stash Game!! With Non-SA
accuracy is should be easy to find someone’s stash from waypoint information.
Waypoints of secret stashes could be shared on the Internet, people could
navigate to the stashes and get some stuff. The only rule would for stashes
is: Get some Stuff, Leave some Stuff!!

I’m thinking of half burying a five gallon plastic bucket with lid at the
stash point. Putting in some stuff. Adding a logbook and pencil so visitors
can record their find.

I’ll look for a place near a road where few people would normally go…

Have Fun!!

Dave…

und noch am gleichen Tag legte er unter den Koordinaten:

N 45° 17.460 | W 122° 24.800

den weltweit ersten Geocache ab und das Spiel konnte beginnen.

Was ist das für ein Spiel? Ganz einfach gesagt, irgend jemand versteckt irgend etwas und veröffentlicht die GPS-Koordinaten und einer Beschreibung auf einer Webseite ein. Jetzt kann jeder, der einen GPS-Empfänger hat, dieses etwas Versteckte an Hand der Koordinaten versuchen zu finden.

Was wird versteckt? Kleinere Spielsachen, Krimskrams, was so in kleine Behälter passt, die sich einfach verstecken lassen. Am weitest verbreitet dürften allerdings versteckte Filmdosen sein. In jeder Dose ist zudem noch zumindest ein Logbuch, in dem der Finder eintragen kann, an welchem Tag und um wie viel Uhr die Dose gefunden wurde.

Wer spielt da mit? Im Grunde genommen sind die Mitspieler ein Querschnitt der Gesellschaft. Gespielt wird durch alle Gesellschaftsschichten, alleine, in Teams, oder mit der ganzen Familie.

Wie kann man mit spielen? Ganz einfach. Es reicht ein GPS-Empfänger, die Registrierung auf z.B. geochaching.com, und eine ordentliche Portion Begeisterung für Freizeitaktivitäten in freier Natur.

Zwölf Jahre gibt es das Spiel also schon und es findet beinahe täglich überall auf der Welt immer neue Mitspieler.

Herzlichen Glückwunsch Geocaching und, auf die nächsten zwölf Jahre.


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